Neustadt in Sachsen, 26. August 2021

Stolpersteine erinnern an jüdische Bürger unserer Stadt

Stolpersteine erinnern an jüdische Bewohner in Neustadt in Sachsen Einigen werden sie sicher bekannt sein, die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig. Seit 2009 verlegt er vor ehemaligen Wohnhäusern oder Arbeitsstätten jüdischer Bürger in ganz Europa die sogenannten Stolpersteine. Sie bestehen aus Stein und tragen auf der Vorderseite eine Inschrift auf einer Messingplatte. Diese Inschrift besteht aus dem Namen, den Lebensdaten und dem Schicksal der jüdischen Bewohner. Wie der Name verrät, werden die Steine im Boden eingelassen, besser gesagt, in den Gehweg vor den Wohnungen oder Arbeitsstätten. Gunter Demnig nannte diese Steine Stolpersteine, weil ihm die Doppeldeutigkeit des Namens gefiel. Man soll über diese Erinnerungssteine stolpern, zumindest gedanklich. Ein Schüler brachte es mit einem Satz auf den Punkt: „Man fällt nicht über die Stolpersteine, du stolperst mit dem Kopf und dem Herzen.“
Margarete Hentzschel und Franziska Böhmer (links) beim Niederlegen einer Rose

Die Idee Stolpersteine hier in Neustadt in Sachsen zu setzen, kam von Margarete Hentzschel und Franziska Böhmer, zwei Schülerinnen des Goethe-Gymnasium Sebnitz, als sie an ihrer komplexen Leistung zum jüdischen Leben während des Nationalsozialismus im Fach Geschichte arbeiteten. Am 25. August 2021 war es nun soweit und Gunter Demnig verlegte gemeinsam mit Margarete Hentzschel und Franziska Böhmer im Beisein von Bürgermeister Peter Mühle, Pfarrer Sören Schellenberger, der Museumsleiterin Ulrike Hentzschel sowie interessierten Neustädter Einwohnern und Gästen, insgesamt drei Stolpersteine an der Struvestraße und der Böhmischen Straße. Diese erinnern an die jüdischen Bürger Frieda Elstner sowie an Meta und Eric Israel, die in der Zeit des Nationalsozialismus in unserer Stadt lebten. Frieda Elstner wurde nach Theresienstadt deportiert und im Januar 1943 in Auschwitz ermordet. Meta und Eric Israel verbrachte man im Jahr 1938, einige Tage nach der Reichsprogromnacht, die sie dank des Schneidermeisters Josef Wehland aus Neustadt zumindest körperlich unbeschadet überstanden, nach Dresden ins Ghetto. Ihnen gelang es, im Jahr 1939 in die USA zu emigrieren. Ein herzliches Dankeschön geht an alle Spender, die mit ihrer finanziellen Unterstützung dieses Projekt ermöglichten sowie an den Künstler Gunter Demnig, an Margarete Hentzschel und Franziska Böhmer als Initiatoren sowie an die Leiterin des Stadtmuseums Ulrike Hentzschel, die die Verlegung der Stolpersteine mit einer kleinen Zeremonie für die Anwesenden zu einem unvergesslichen Augenblick werden ließ.

Einsetzen Stolperstein,  v. l. Margarete Hentzschel, Franziska Böhmer, Bürgermeister Peter Mühle und der Künstler Gunter Demnig

Einsetzen des Stolpersteins an der Struvestraße, v. l. Margarete Hentzschel, Franziska Böhmer, Bürgermeister Peter Mühle und der Künstler Gunter Demnig

 


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